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Nach Karneval sollen Nachwahlen zum Vorstand erfolgen

CDU braucht drei neue Vize-Chefs

CDU-LogoDie närrische Zeit strebt am Rosenmontag, 11. Februar, ihrem Höhepunkt zu. Dagegen ist der Siedepunkt der Erregung über die Fax-Affäre bereits vorbei. Jetzt geht es im Vorstand des CDU-Stadtverbands um einen geordneten Neuanfang, und der soll unmittelbar nach Karneval vollzogen werden. Wie stellt sich die Lage dar?

Von Jürgen Aben, einem der drei zurückgetretenen Vizevorsitzenden des Stadtverbands, ist das Motiv für seinen Schritt am Montag öffentlich gemacht worden: Er wolle mit dem Vorsitzenden Thomas Selders nicht mehr zusammenarbeiten. Unter einem anderen Vorsitzenden wäre Aben bereit, erneut stellvertretender Vorsitzender zu werden. Damit war eindeutig ausgesprochen: Die Fax-Affäre wird längst als Stellvertreterkampf benutzt, um den 30-jährigen Thomas Selders aus dem Amt zu feuern.

Abens Ausführungen gegenüber der Tagespresse stießen in der Partei und in der CDU-Fraktion eher auf Unverständnis und Ablehnung. Er musste sich am Montag während der Fraktionssitzung kritische Worte anhören. Offenbar reicht es vielen Parteimitgliedern so langsam, wie sich die Kevelaerer CDU ein paar Monate vor der Bundestagswahl und anderthalb Jahre vor der Kommunalwahl öffentlich selbst zerlegt.

Bei diesem "Schlachtfest" wird der Eindruck erweckt, als sei es etwas Ungeheuerliches, dass der Vorsitzende, dessen Amtszeit bis nach der Kommunalwahl 2014 reicht, auf seinem Stuhl sitzenbleibt, an dem andere sägen. Wenn konkrete, schwerwiegende Vorwürfe gegen Thomas Selders offen auf dem Tisch lägen oder er statt seines Vaters Hannes Selders im Zentrum der Verdächtigungen im Rahmen der Fax-Affäre stünde, hätten wir eine völlig andere Ausgangslage. Dann würden Forderungen nach Neuwahl des kompletten Vorstands immerhin begründet sein (was nicht heißen muss, dass sie auch berechtigt wären).

So aber weiß niemand in Kevelaer so recht, warum der junge Vorsitzende, einst als Hoffnungsträger ins höchste Parteiamt gewählt, nun auf einmal entfernt werden sollte. Dass er der "Sohn von..." ist und einen eigenen Kopf hat, der dem einen oder anderen Altvorderen nicht passt, ist eine inakzeptable Abwahl-"Begründung".

So kann es unmittelbar nach Karneval nur darum gehen, die vakant gewordenen Vorstandsposten neu zu besetzen. Natürlich bleibt das Recht der Parteimitglieder bestehen, mit qualifizierter Mehrheit auch komplette Neuwahlen zu erzwingen.

Aber vielleicht ist die Einsicht, dass sich die CDU im Vorfeld wichtiger Wahlen um anderes kümmern sollte als um Personalquerelen, verbreiteter, als die Selders-Gegner annehmen.

Mittwoch, 6. Februar 2013

© Martin Willing 2012, 2013